Kursbeschreibung
In vielen Designteams entsteht gerade ein neues Spannungsfeld: KI liefert in Minuten Varianten, aber die Entscheidung, was ergonomisch sinnvoll und ästhetisch stimmig ist, bleibt anspruchsvoll. Dieses Seminar zeigt dir, wie du KI so einsetzt, dass sie deine Designarbeit präziser macht. Du lernst, Aufgabenstellungen in klare Prompts und Kriterien zu übersetzen, Referenzen gezielt zu nutzen und Ergebnisse nicht nur zu bewerten, sondern auch nachvollziehbar zu begründen. Du arbeitest an zwei Kernachsen. Erstens Ergonomie: Du frischst anthropometrische Grundlagen auf und überführst sie in konkrete, wiederholbare Checks. Statt „fühlt sich gut an“ formulierst du prüfbare Anforderungen, etwa für Griffquerschnitte, Abstände, Bedienkräfte oder Greifräume. KI nutzt du, um Review-Templates zu erstellen, Annahmen zu challengen und Argumentationsketten für Stakeholder aufzubauen. Zweitens Ästhetik: Du steuerst Formensprache über Design-DNA, Proportionen, Radien und Linienführung. Du lernst, wie du Variantenräume kontrolliert öffnest und wieder schließt, damit du nicht in endlosen Iterationen hängen bleibst. Generative Visuals nutzt du bewusst für Ideation und Kommunikation, nicht als Ersatz für CAD. Du erkennst typische Artefakte wie inkonsistente Details, falsche Symmetrie oder unrealistische Materialdarstellung und weißt, wie du sie in der nächsten Iteration adressierst. Zum Abschluss klärst du rechtliche Rahmenbedingungen, IP-Fragen und den sicheren Umgang mit vertraulichen Produktdaten, damit KI im Unternehmen verantwortungsvoll eingesetzt wird.
Die wichtigsten Themen im Überblick
- KI-Workflows für Konzept, Varianten und Designreview nutzen
- Ergonomie mit Anthropometrie und Perzentilen sicher prüfen
- Prompts für Form, Material, CMF und Stil gezielt schreiben
- Formensprache mit Design-DNA und Moodboards steuern
- Generative Visuals für Ideation und Reviews iterieren
- Entwürfe nach Ergonomie, Ästhetik und Fertigung bewerten
- KI-Risiken, Bias und Qualitätskriterien im Design erkennen
- IP, Urheberrecht und vertrauliche Produktdaten absichern
Zielgruppe
- Industriedesignerinnen und Industriedesigner in Produktentwicklung
- Design Leads und Designmanagerinnen und Designmanager
- UX- und Human-Factors-nahe Rollen in Hardware-Teams
- Produktmanagerinnen und Produktmanager mit Designverantwortung
- Für alle, die KI nutzen wollen, um Ergonomie und Ästhetik schneller und besser begründet zusammenzubringen
Voraussetzung für die Schulung
- Grundverständnis von Produktgestaltung und Designreviews
- Erste Berührung mit KI-Tools ist hilfreich, aber nicht erforderlich
Kursinhalte
- KI-gestützter Designprozess im Industriedesign
- Use Cases: Konzept, Varianten, Review, Dokumentation
- Prompting für Form, Material, CMF und Stilrichtungen
- Qualitätskriterien: Konsistenz, Realisierbarkeit, Bias
- Ergonomie mit Daten statt Bauchgefühl
- Anthropometrie: Perzentile, Zielgruppen, Messlogik
- Greifräume, Griffdimensionen, Bedienkräfte
- Ergonomie-Checks als wiederholbarer Workflow
- Ästhetik systematisch steuern (Formensprache)
- Design-DNA: Proportion, Rhythmus, Kantenradien
- Referenzen sauber nutzen: Moodboards, Stil-Constraints
- Variantenräume: bewusstes Divergieren und Konvergieren
- Generative Visuals für Konzept und Review
- Bildmodelle für Ideation, nicht als finaler CAD-Ersatz
- Kontrollierte Iteration: Seeds, Varianten, Serien
- Fehlerbilder erkennen: Geometrie, Symmetrie, Details
- Von Skizze zu belastbarer Entscheidung
- Bewertungsschemata: Ergonomie, Ästhetik, Marke, Fertigung
- KI als Sparringspartner: Gegenargumente und Risiken
- Review-Templates für Stakeholder und Designkritik
- Recht, IP und sichere Nutzung im Unternehmen
- Urheberrecht, Trainingsdaten, Nutzungsrechte im Überblick
- Umgang mit vertraulichen Daten und Produktgeheimnissen
- Policy-Bausteine: was erlaubt ist und was nicht