Kursbeschreibung
KI verändert nicht nur Tools, sondern auch Machtverhältnisse im Betrieb: Wer definiert Ziele, wer bewertet Leistung, und wer trägt Verantwortung bei Fehlentscheidungen? In diesem Seminar bekommst Du das Rüstzeug, um KI-Einführungen nicht nur zu „begleiten“, sondern aktiv zu gestalten. Du lernst, KI von klassischer Automatisierung abzugrenzen und typische betriebliche KI-Anwendungen schnell zu erkennen. Dabei schauen wir gezielt auf Bereiche, in denen Beschäftigte besonders betroffen sind: Auswahl- und Bewertungsverfahren, Schicht- und Einsatzplanung, Assistenzsysteme im Kundenkontakt sowie Analysen, die aus Arbeitsdaten neue Kennzahlen ableiten. Ausgehend von diesen Fällen leitest Du ab, welche Rechte Du wann einsetzen kannst: Informations- und Beratungsansprüche, Mitbestimmung bei Systemen mit Leistungs- oder Verhaltensbezug und Anforderungen an die Einführung neuer Systeme von Pilot bis Rollout. Du erarbeitest, welche Transparenz Du praktisch einfordern kannst, auch wenn Anbieter keine vollständige Modelloffenlegung liefern. Dazu gehören nachvollziehbare Kriterien, Dokumentation, Test- und Monitoringkonzepte sowie klare Regeln für Änderungen am System. Wir behandeln Datenschutz nach DSGVO als handlungsorientiertes Instrument: Datenminimierung, Zweckbindung, Zugriffskontrolle, Logging und Löschung. Abschließend übersetzt Du die Inhalte in Verhandlungsfähigkeit: Du gehst mit konkreten Fragenkatalogen, Schutzmaßnahmen und Bausteinen für Betriebsvereinbarungen zu KI, die Diskriminierung, Fehler, Arbeitsverdichtung und verdeckte Kontrolle wirksam begrenzen.
Die wichtigsten Themen im Überblick
- KI im Betrieb rechtssicher einordnen und bewerten
- Betriebsratsrechte bei KI-Projekten sicher nutzen
- Algorithmus-Management wirksam mitbestimmen
- Leistungsdaten und Verhaltenskontrolle sicher prüfen
- DSGVO, Transparenz und Erklärbarkeit praxisnah nutzen
- Risiken durch Bias, Fehler und Arbeitsdruck früh erkennen
- Wichtige KI-Dokumente kennen und gezielt einfordern
- Bausteine für Betriebsvereinbarungen zu KI verhandeln
Zielgruppe
- Betriebsräte und Gesamtbetriebsräte
- Mitglieder im Wirtschaftsausschuss
- SBV und Interessenvertretungen mit Digitalthemen
- Für alle, die KI-Einführungen im Betrieb bewerten und verhandeln wollen
Voraussetzung für die Schulung
- Grundkenntnisse der Betriebsratsarbeit sind hilfreich.
- Keine technischen Vorkenntnisse zu KI erforderlich.
Kursinhalte
- KI im Betrieb verstehen, ohne Technik-Overload
- Was gilt als KI, was als Automatisierung
- Typische Einsatzfelder: Recruiting, Schichtplanung, Service, Produktion
- Warum Trainingsdaten, Modelle und Prompts arbeitsrechtlich relevant werden
- Rechte des Betriebsrats bei KI-Projekten
- Informations- und Beratungsansprüche im Projektverlauf
- Mitbestimmung bei Leistungs- und Verhaltenskontrolle
- Einführung neuer Systeme: von Pilot bis Rollout
- Datenschutz, Transparenz und Nachvollziehbarkeit
- DSGVO-Grundlagen für KI-Anwendungen im Betrieb
- Welche Dokumente Du einfordern solltest
- Umgang mit Black-Box-Entscheidungen und Erklärbarkeit
- Risiken erkennen: Bias, Fehler, Druck, De-Skilling
- Diskriminierung in Auswahl- und Bewertungsverfahren
- Fehlalarme, Halluzinationen und Qualitätsrisiken
- Arbeitsverdichtung und neue Kontrollmöglichkeiten
- Praktische Werkzeuge für Verhandlungen und Vereinbarungen
- Checkliste für KI-Einführungen und Pilotprojekte
- Schutzmaßnahmen: Zweckbindung, Logging, Zugriff, Löschkonzepte
- Bausteine für Betriebsvereinbarungen zu KI